Hier entsteht das online-Archiv des 1. Marburger
Boxclubs
1946 - 2001
Texte: Ronald Leinbach
1946
Lutz Bechstein, von Beruf Kaufmann, boxte vor dem 2. Weltkrieg beim 1.BC Hagen 23 und war in dieser Zeit westfälischer Meister.
1946 kam er nach Marburg und fand hier an Boxsportaktivitäten einige Aktivitäten im Athletenclub vor.In dieser "Sportvereinigung AC 1888", die man als historischen Vorläufer des 1. Marburger Boxclubs sehen kann, konnte sich wieder eine junge Boxstaffel formieren. Diese war durchaus erfolgreich und zog bei Kämpfen in Marburg bis zu 1200 Zuschauer an (vgl. MR-Presse vom 28.5. 1947).
Mittelgewichtler Pitt Lange und Weltergewichtler Scholz hatten da bereits erste Erfolge bei den nordhessischen Meisterschaften verbuchen können (vgl. MR-Presse vom 3.12. 1946). "Überwältigender Sieg der Marburger Boxer8. August: Gründungsversammlung des 1. Marburger BoxclubsRund 1200 Zuschauer sahen am 2. Pfingsttag in der ersten Freiluftveranstaltung der Boxabteilung des Marburger Athletenclubs auf dem Germanenplatz den interessanten und spannenden Clubkampf Marburg gegen Dillenburg.
Die Gastgeber erwiesen sich im Gesamtresultat als völlig überlegen und zeigten in den einzelnen Kämpfen hervorragende Leistungen. Während die Schüler- und Jugendkämpfe von den Marburgern knapp mit 10:8 Punkten gewonnen wurden, erzielten sie in den aktiven Kämpfen einen überwältigenden 8:2 Erfolg, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß der erste Kampf, der von Dillenburg gewonnen wurde, ein mehr als schmeichelhafter Punktsieg war. Die 4 weiteren Kämpfe wurden von Marburg sämtlich durch Aufgabe oder Niederschlag gewonnen. Besonders überzeugend siegten in den Mittelgewichtskämpfen Adler und Lange, die eine gute technische Form bewiesen. Auch Breilmann (Weltergew.), Ladar (Leichtgew.), und Siemering (Mittelgew.) zeigten ansprechende Leistungen."Marburger Presse vom 28.5.1947Günter Weimar (geb. 13.5.1933) begann als 13jähriger beim Athletenclub 88 mit dem Boxtraining und machte nach mehreren öffentlichen Kämpfen ohne Wertung beim gerade gegründeten 1.BC am 27.9. seinen ersten Wertungskampf.
22. November: Der Präsident des Hessischen Amateurboxverbandes, Georg Dietrich, überreicht
die Urkunde zum Gewinn des Vizetitels bei den im Mai stattgefundenen Südwestdeutschen Juniorenmeisterschaften
an den Marburger Hessenmeister im Schwergewicht, Helmut Jacobi.
Weimar, Schnell und die Gebrüder Wagner erhielten ehrenvolle Berufungen zum Landeskadertraining nach Frankfurt,
das dort vom Landestrainer Oskar Sänger geleitet wurde.Die US-amerikanische Besatzungsmacht unterstützte diese sportlichen Aktivitäten im ausserschulischen Bereich.
Sie verfolgten auf dem ausserschulischen Sektor einen zweifachen Ansatz:Grundlegendes Ziel war es, "jungen deutschen Männern und Frauen Gelegenheit zu geben, das Wirken und Leben
- Zum einen wurden freie, demokratische Jugendgruppen unterstützt,
- zum anderen wurde ein eigenständiges Jugendprogramm, das "German Youth Activities Program", durchgeführt.
der Demokratie zu beobachten und daran teilzunehmen".
Viele Boxkampftage fußten auf diesem Programm; die Einträge in den Startausweisen der Marburger Jugendboxer
zeugen davon.Die Marburger Presse berichtete am 14.12. von einem solchen "Schokoladenboxen" im amerikanischen Roten Kreuz
in Marburg. Der mit dem hessischen Landesverband durchgeführte Amateur-Boxkampf zwischen zwei hessischen
Auswahlstaffeln hatte mit dem Ex-Weltmeister der Profis, Max Schmeling, einen besonderen Ehrengast,
der auch als Ringrichter fungierte. Die Veranstaltung wurde überwiegend von Amerikanern besucht, die den
Eintrittspreis in Dollars bezahlten - der Reinerlös war für die Weihnachtsbescherung der von der GYA Marburg
betreuten Kinder bestimmt.
Teilnehmende Marburger Kämpfer: Weltergewichtler Schulz, Mittelgewichtler Willi Breilmann,
Fliegengewichtler Joseph Wilhelm und Schüler-Papiergewichtler Hans Wagner.
1948
Juli: Die ersten Marburger UNI-Boxmeisterschaften finden statt.
1951
Bechstein mit Kurt Wagner nach dem Gewinn des Hessentitels
1952
Der 1. BC Marburg entwickelt sich zu einer der stärksten Boxstaffeln Hessens.
Unter Böhms und Bechsteins Ägide wurden zahlreiche Vergleichskämpfe durchgeführt.
Die Reisen des 1. BC zu den gegnerischen Mannschaften führten bis nach Norddeutschland
(Cuxhaven) und in die damalige Ostzone (z.B. gegen die Staffeln Wismut Gera und Motor Zwickau).
Als Transportmittel diente ein geschlossener LKW, der durch die Verbindungen Rudi Böhms bei den
U.S. Amerikanern ausgeliehen werden konnte.
![]()
Bechstein mit Erich Siegel, dem Vizemeister im Bantamgewicht
1953
Günter Weimar wird hessischer Vizemeister, gewinnt im Halbfinale gegen den Süddeutschen Meister und
Deutschen Vizemeister des Vorjahres, Schnabel, vom Ring-Frei Ffm deutlich nach Punkten
und verlor anschließend gegen den späteren Profi-Europameister Conny Rudhoff aus Rüsselsheim
im Finale nur hauchdünn und umstritten nach Punkten.
Günter Weimar erhält einen Präsentkorb vom damaligen Vorsitzenden
Ernst Lemberg und vom Vize Hans Kombächer.
Der 1. BC boxt gegen eine US-Staffel in den Stadtsälen Gutenbergstraße,
Ringrichter ist - wie 1947 - der legendäre Max Schmeling.![]()
Günter Weimar im Kampf gegen Südwest-Meister Stief
1957
Arno Schneider, der Sohn des hessischen Innenministers, erreicht den Hessischen Vizemeistertitel im Schüler-Papiergewicht;
Otto Wagner, der jüngste von vier boxenden Brüdern, wird Juniormeister.
1958
Lothar Mazur erringt den Hessischen Juniorentitel
1962
Udo Schneidewind wird Deutscher Hochschulmeister im Federgewicht.
1963
Udo Schneidewind wird Deutscher Hochschulmeister im Federgewicht,
Dieter Schirmer im Schwergewicht.
1965
Udo Schneidewind wird Deutscher Hochschulmeister im Leichtgewicht.
Dem 1. BC wird die Gemeinnützigkeit zuerkannt
unter dem neuen Vorsitzenden Erich Junker, einem Marburger Geschäftsmann (gest. 1969).
In diesem Jahr regten sich in Marburg verstärkt Boxsport-Aktivitäten:
Ein neuer Ring wurde gekauft, und erste Auswärtsstarts bereiteten die seit 1962 ersten Heimveranstaltungen am20.8. in Gladenbach, und am
3.12. erstmals wieder mit einem eigenen Ring im Bürgerhaus Lohra vor.
Die Gäste aus Kassel wurden mit einer 9:7 Mannschaftswertung geschlagen nach Hause geschickt,
die Lohraner Gäste aus Alsfeld erreichten nur ein 8:8 Unentschieden.
Bei der letztgenannten Veranstaltung wurde erstmals der Neuaufbau des 1.BC
mit vielen aktiven Schülern und Jugendlichen eindrucksvoll nach aussen dargestellt.
Das war der Beginn der Entwicklung der Jugendstaffel des 1.BC zur stärksten in Hessen von 1968 - 1974.Trainer Günter Weimar stellte sich noch einmal voll in den Dienst der Mannschaft und streifte noch mehrere male die Wettkampfhandschuhe über, um die sich im Neuaufbau befindende BC- Staffel zu unterstützen.
Dies tat auch Udo Schneidewind, der sich zunächst, bedingt durch das Ende des Studium und Referendats,
nur eingeschränkt als Trainer und Aktiver einbringen konnte. Ende der 60er stand er voll im Beruf als Lehrer, und widmete sich in seiner Freizeit dem sorgfältigen Aufbau der Marburger Jugendboxer. Beide bestritten noch jeweils etwa 10 Kämpfe, ehe sie Ende 1970 endgültig die Handschuhe an den berühmten Nagel hängten.
Udo Schneidewind im siegreichen Kampf gegen den Alsfelder Lewin. Erstmals im neuen Boxring,
der zum ersten mal im Bürgerhaus in Lohra aufgestellt wurde. Der Kampf fand im Rahmen des Club-
Vergleichskampfes 1.BC Marburg gegen Boxring Alsfeld am 3. 12. statt.
1967
machte die Jugendstaffel des 1.BC Marburg bei den hessischen Schüler- Jugend- und Juniorenmeisterschaften
zum ersten mal auf die gute Vereinsjugendarbeit aufmerksam.
Mit zwei Titeln (Helmut Badouin und Uwe Leinbach) und drei zweiten Plätzen
(Richard Karnowski, Jean Gimbel und Reiner Seitz) kehrte man aus Biebesheim zurück.
1968
sprangen schon vier Titel (Helmut und Lothar Badouin, Uwe Leinbach und Jean Gimbel) und zwei Vizemeistertitel
(Michael Junker und Ronald Leinbach) heraus.
Peter Piwetz begeistert das Publikum in seiner Wahlheimat bei einem Clubvergleichskampf zwischen seinem neuen Verein, dem 1.BC MR, und der KG Düsseldorf, als er den damaligen 3. der Deutschen Meisterschaft, Waldeyer, K.O. schlug.
Udo Schneidewind baute unter Mithilfe von Günter Weimar Ende der 60er und bis Mitte der 70er Jahre als hauptberuflicher Lehrer und ehrenamtlicher Jugendboxtrainer die BC- Jugendlichen zur erfolgreichsten Staffel Hessens auf.1969
Ein Teil der damaligen Schüler- und Jugendstaffel: v.l.:
Bernd Rühl, Rainer Gies, Lothar Badouin, Uwe Leinbach
Helmut Badouin, Michael Junker, Richard Karnowski, Ronald Leinbach
vollzog sich eine weitere Steigerung in den Erfolgen des 1.BC. Auch bei den Senioren konnten neben Abonnementmeister
Wolfgang Penzler wieder Meistertitel eingefahren werden: Rüdiger Badouin im Feder- , Peter Piwetz im Mittel-,
und Adolf Leinbach im Schwergewicht.Wolfgang Penzer wurde in Berlin zum erstenmal Deutscher Vizemeister und verlor nur äußerst knapp gegen den Berliner
Gerd Schubert mit 2:3 Punktrichterstimmen. Rüdiger Badouin wurde Hessischer Federgewichtsvizemeister und konnte an den Westdeutschen Meisterschaften teilnehmen.Bei den Jugendlichen und Junioren wurden Ronald Leinbach und Lothar Badouin Hessenmeister,
der Vizetitel ging an die Jugendlichen Jean Gimbel und Uwe Leinbach.
Die ersten Früchte einer engagierten Trainingsarbeit konnte der Neu-Wetteraner Peter Piwetz einfahren.
Piwetz kam aus dem Ruhrgebiet und wurde nach seiner Bundeswehrzeit in unserem Raum heimisch. Er brachte viel Boxerfahrung aus Düsseldorf mit und begann, in Wetter boxsportbegeisterte Jugendliche auf den Start beim 1.BC vorzubereiten. Die Schüler- und Jugendstaffel des 1. BC MR
Rechts der frühere deutsche Studentenmeister und Trainer Schneidewind,
links der deutsche Vizemeister im Bantamgewicht mit einem Trikot der Alabama Athletic Commission, das er vom Länderkampf aus den USA mitbrachte.
1970
setzte sich der positive Trend weiter fort. Helmut Badouin und Ronald Leinbach wurden Schülerhessenmeister,
Heinz Liebmann, Lothar Badouin und Uwe Leinbach siegten bei den Jugendlichen.
1971
wurde der 1. BC Marburg erfolgreichster Verein bei den Jugend- und Juniorentitelkämpfen in Hanau.
Die zum Teil boxsportlich orientierte Unterrichtsarbeit von Lehrer Udo Schneidewind trug erste Früchte.
Schülermeister wurde Alwin Barth, Bernd Rühl und Harry Schneider, Vizemeister wurde Volker Niwalda.
Zu Meisterehren bei den Jugendlichen kamen Helmut Badouin, Ronald Leinbach und Wolfgang Weygand.
Bei den Junioren wurde Heinz Liebmann Hessischer Vizemeister.
1972
Im Jubiläumsjahr holte der 1.BC sechs Landestitel.
Bei den Jugendlichen siegten wiederum Helmut Badouin und Ronald Leinbach. Bernd Rühl komplettierte das siegreiche Jugend-Trio. Bei den Junioren siegten Lothar Badouin und Wolfgang Weygand, beide wurden auch anschließend Südwestdeutsche Meister. Bei den Senioren rangierte wiederum Wolfgang Penzler in Hessen an erster Stelle. Die beiden Junioren L.Badouin und Weygand schafften es, an den Endkämpfen teilzunehmen.
Wolfgang Weygand wurde ausgezeichneter Deutscher Vizemeister im Mittelgewicht.
1973
Hessenmeister wurden bei den Junioren Ronald Leinbach und Wolfgang Weygand. Bei den südwestdeutschen Meisterschaften wurde Ronald souveräner Sieger und qualifizierte sich für die Endkämpfe in Villingen/BW. Wolfgng Weygand durfte alsVizemeister mit zu den Endkämpfen fahren. Beide siegten dort deutlich im Viertelfinale und wurde nach knappen Halbfinalniederlagen jeweils Dritter.
1974
Hessen-, Südwest- und Deutscher Vizemeister bei den Junioren wurde Ronald Leinbach, der auch in diesem Jahr in der Nationalmannschaft erfolgreich war.
1975
Wolfgang Penzler wurde in Berlin Deutscher Meister im Fliegengewicht, Uwe Leinbach durfte ebenfalls mit zur DM fahren. Seine vorausgegangenen hervorragenden Kämpfe während der Hessenmeisterschaften, bei der er im Halbfinale nur hauchdünn am TOP-Favoriten Dieter Schütze vom CSC FFM nach Punkten gescheitert war, qualifizierten ihn ebenfalls für die Endkämpfe in Berlin.
1976Hessenmeister bei den Männern wurdenWolfgang Penzler (kampflos) und Ronald Leinbach nach drei großen Kämpfen. Auch Bruder Uwe Leinbach schaffte nach zwei hervorragenden Siegen den Sprung ins Finale, wo er wieder am sich zu dieser Zeit in Top-Form befindenden Dieter Schütze scheiterte.
Uwe verstärkte in der zweiten Jahreshälfte sehr erfolgreich die erste hessische Ligastaffel des TV Korbach.
Ronald durfte nach dem Scheitern bei den "Südwestdeutschen" als Ersatz eine kleine hessische Auswahl auf
die Trauminsel Seychellen begleiten.
Auf den Seychellen
v.l.: Hubert Einschütz, Ottmar Jäger, Trainer Arthur Achenbach vom SG Sossenheim Frankfurt,
der auch lange Jahre Wolfgang Penzler mitbetreute, Dieter Holm und Ronald Leinbach.
1977-1993 gab es nur wenige (hoch)leistungssportliche Akzente seitens des I.BC MR
1994
Einige Boxer der »Boxstaffel Lahn« nach dem Erringen der Hessenliga-Vizemeisterschaft.
v.l.: Robert Stoklos, Weltergew., BC 70 Wetzlar,
Andreas Eidam, Halbmittelgewicht, 1. BC Marburg
Manuel Westerkamp, Mittelgew., BC 70 Wetzlar
Christian Rudnitzki, Halbschwergewicht, 1. BC Marburg
Andreas Czorniczek, Schwergewicht, 1. BC Marburg
1995
v.l.:
Christoph Herda, Teilnehmer der Studentenmeisterschaften 1993, 4. Platz, Bezirksmeister 93-94, B-Klasse
Christian Rudnitzki, Teilnehmer der Stud. Meisterschaften 1995, 4. Platz
Michael Cybon, Bezirksmeister und Hessischer Vizemeister 94, B-Klasse
Thomas Ebert, Hessenliga-Staffel 94 - 95,
Andreas Czorniczek, Hessenmeister 93 - 94, B-Klasse
Jürgen Haubensack, Trainer
vorne: Andreas Eidam, Hessenliga-Staffel 94 - 95
1996
Andreas Czorniczek erwirbt die Übungsleiter-Lizenz (C-Trainer) und trainiert
erfolgreich die Stadtallendorfer Boxer des 1. BC Marburg
1997
Hessenligameister: Die Marburger Fraktion der Boxstaffel Lahn
li. aussen: Ronald Leinbach; re. aussen: Andreas Czorniczek, Trainer
Vierter v.l.: Fuat Sezgin, Hessenmeister Halbschwergew. 1996, B-Klasse
Vierter v.r.: Danny Bügler, Hessenmeister Papiergew., 1996, Jugend-C
Zweiter v.r.: Carl Cosack, Bezirksmeister Superschwergewicht 1997
18. Oktober: Hessenmeisterschaft der Amateurboxer in Marburg, Theodor-Heuss-Schule: 18 Kämpfe
9. November: 50jähriges Vereinsjubiläum
Grußwort des Präsidenten des Hessischen und Deutschen Amateurboxverbandes, Gerd Graf,
zum 50jährigen Vereinsjubiläums:
Liebe Freunde des Amateurboxens!
Wie die Zeit verfliegt! Der 1. BC Marburg blickt auf ein 50jähriges Bestehen zurück. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als junger Fan der Boxer des ABC Dillenburg die ersten Veranstaltungen des heutigen Jubilars miterlebt habe. Das Amateurboxen im Bezirk Marburg, so war damals die offizielle Bezeichnung, stand zu jener Zeit am Beginn einer Blütezeit. Von den vielen Vereinen, die seinerzeit den Faustkampfsport pflegten, sind nur einige wenige übriggeblieben. Der 1.BC hat sich bis heute behauptet, weil sich immer wieder Männer fanden, die ihre Freizeit opferten, um die jungen Sportler auszubilden, zu betreuen und ihnen menschliche Vorbilder zu sein. Aus der Gründerzeit ist mir Lutz Bechstein als ein besonders qualifizierter und zudem noch sehr sympathischer Trainer unvergessen geblieben. Die jungen Fighter, die aus der Bechstein-Schule kamen, waren bei ihren Auftritten im Boxring unverkennbar als die Vertreter der Marburger Boxschule erkennbar.
Nach dem frühen Tod von Lutz Bechstein haben seine boxsportlichen Erben in seinem Sinne weitergearbeitet. Der 1. BC machte sich einen Namen durch seine geradezu vorbildliche Jugendarbeit. Es würde den Raum sprengen, wollte man alle zu Meisterehren gekommenen Boxer hier aufzählen.Wichtig für die Blüte des Amateurboxens in Marburg war die Zusammenarbeit des 1. BC mit dem Institut für Leibesübungen der Universität. Dort wirkte mit Sportlehrer Fritz Finkenauer ein Mann, der dem Hochschulboxen große Impulse verlieh. Oftmals kamen Deutsche Hochschulmeister aus Marburg, nicht selten waren darunter aktive Mitglieder des 1. BC.
Auch heute noch wird die Verbindung zum Hochschulboxen durch den Trainer und 1. BC-Vorsitzenden Jürgen "Wulli" Haubensak sowie Ronald Leinbach hergestellt.In der Hessenauswahl haben Marburger Boxer die Farbe ihres Vereines würdig vertreten.
Bei Deutschen Meisterschaften sind Marburger Boxer weit vorgedrungen.
Wolfgang Penzler, Ronald Leinbach und Wolfgang Weygand haben es dabei zu Titelehren gebracht.
Die ersten beiden haben für Deutschland in der Nationalstaffel geboxt und dem 1. BC Marburg alle Ehre gemacht.Wenn ich die Namen Erich Siegel, Walter Stengel, Günter Weimar, Adolf Leinbach, Erich Wienbrand, Peter Piwetz, der Gebrüder Wagner und Udo Schneidewind als einstige Lokalmatadore hinzufüge, dann erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
In fünf Jahrzehnten haben viele junge Menschen durch ihre Mitgliedschaft im 1. BC Marburg nicht nur eine hervorragende sportliche Ausbildung erfahren, sondern sind auch zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft geformt worden und herangewachsen. Ehemalige Marburger Amateurboxer haben auch im Beruf ihren Weg gemacht. Dazu hat das Leben in der sportlichen Gemeinschaft und das Erleben der Sportkameradschaft eine wichtige Funktion erfüllt. Dafür den Männern zu danken, die sich stets
uneigennützig zur Verfügung gestellt haben, ist eine Ehrenpflicht für mich.Ganz besondere Freude empfinde ich, wenn ich heute erlebe, daß die Marburger Boxpioniere Günter Weimar, Jürgen Haubensak, Adolf Leinbach und Udo Schneidewind ihrem Verein über den größten Teil der 50 Jahre die Treue gehalten haben. Sie sind heute als Funktionäre noch mit der gleichen Begeisterung wie einst als aktive Boxer für das Amateurboxen tätig.
Solange es solche Männer beim 1. BC Marburg gibt, ist es um die Zukunft des Vereines gut bestellt.
Ihnen können die Eltern ihre Jungen anvertrauen. Beim 1. BC ist die Jugend in den allerbesten Händen.
Das war vor 50 Jahren so und hat bis heute eine hervorragende Tradition bewahrt.
Ein herzliches "Glück-auf" dem 1. BC Marburg für die nächsten 50 JAhre und darüber hinaus.
15. / 16. November: Deutsche Studentenmeisterschaft 1997
Sporthalle im UNI-Sportzentrum, Jahnstr. 12, 35037 Marburg
Redaktion: Ronald Leinbach, micha matthes
Fotos: Archiv des 1. Marburger Boxclubs 1947 e.V.
| home | top | Gästebuch |